Die Region rund um Peene und Kummerower See zählt zu den vogelreichsten Gegenden Norddeutschlands – ein Paradies für alle, die mit Fernglas oder Kamera unterwegs sind. Weite, ungestörte Feuchtgebiete, klares Licht über dem Wasser und die Nähe zu bedeutenden Rastplätzen machen die Gegend zu einem lohnenden Revier für Naturfotografie.
Direkt vor der Haustür
Schon vom eigenen Steg aus lässt sich fotografieren: Eisvögel, die blitzschnell über das Wasser schießen, und Graureiher auf der Jagd im Schilf. Über dem Haus kreisen oft Greifvögel wie der Milan, Bussard oder auch Falken auf der Suche nach Beute – ein eindrucksvolles Schauspiel, das sich schon vom Garten aus beobachten lässt. Im naturbelassenen Garten tummeln sich zudem zahlreiche heimische Vögel, Schwalben jagen abends über Wiese und Wasser am Steg nach Insekten, und in lauen Sommernächten ist oft der Gesang der Nachtigall zu hören. Die beste Zeit für Aufnahmen ist die goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang, wenn die Tiere aktiv und das Licht besonders weich ist – und der Steg euch praktischerweise schon eine ruhige, erhöhte Position bietet, ganz ohne Tarnzelt.
Der Biber, dessen Spuren – abgenagte Äste, kleine Dämme – am Ufer der Peene immer wieder zu finden sind, zeigt sich am besten bei einer Kanutour in der Dämmerung: Wer leise paddelt, hat gute Chancen, ihn beim Schwimmen oder bei der abendlichen Nahrungssuche direkt am Ufer zu beobachten.
Neukalener Wiesen und der Polder bei der Aalbude
Die feuchten Wiesen rund um Neukalen und der Polder bei der Aalbude sind wichtige Rast- und Nahrungsflächen für Wiesen- und Wasservögel – und damit ein Hotspot für Vogelfotografie. Besonders im Frühjahr und Herbst, wenn die Zugvögel unterwegs sind, lassen sich hier große Kranich- und Gänseschwärme im Anflug oder beim Rasten ablichten. Auch Kiebitze, verschiedene Entenarten sowie mit etwas Geduld Seeadler und Fischadler im Sturzflug gehören zu den Motiven, für die sich ein Teleobjektiv (mindestens 400mm) und etwas Wartezeit lohnen. Ein Aussichtsturm oder erhöhter Standpunkt am Polder hilft, über das Schilf hinweg freie Sicht zu bekommen.
Heimische Säugetiere
Neben dem Biber, der entlang der gesamten Peene aktiv ist, leben in der Region Rehe, Fuchs und Damwild, die sich besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden auf Wiesen und Feldrändern zeigen – ideale Zeiten also auch fototechnisch. In den ruhigeren Waldgebieten der Mecklenburgischen Schweiz sind zudem Waschbären und gelegentlich Fischotter zu finden, meist aber scheu und am ehesten in der Dämmerung mit viel Geduld vor die Linse zu bekommen.
Ausflüge zu den Tierparks der Umgebung
Wer Tiere noch näher vor die Linse bekommen möchte, hat in der Region gleich mehrere lohnenswerte Ziele: Im Ivenacker Tiergarten bei den berühmten 1000-jährigen Eichen ziehen Damwild, Mufflons und robuste Wildpferde frei durchs Gelände – für Fotografen ein dankbares Motiv, da die Tiere an Besucher gewöhnt sind. Der Wildpark MV in Güstrow zeigt heimische und europäische Wildtiere wie Wölfe und Bären in naturnahen Gehegen. Und im Wisent-Reservat Damerower Werder bei Waren lässt sich das größte Landsäugetier Europas, der Wisent, in einer freilebenden Herde beobachten – ein beeindruckendes Fotomotiv in seiner natürlichen Umgebung.
Praktische Tipps
- Ausrüstung: Ein Teleobjektiv ab 300–400mm ist für die meisten Vogelaufnahmen empfehlenswert, ein Stativ oder Einbeinstativ hilft bei längeren Wartezeiten am Wasser
- Tarnung und Rücksicht: Ruhiges, unauffälliges Verhalten ist an Brut- und Rastplätzen besonders wichtig – Abstand halten, besonders zur Brutzeit im Frühjahr, um die Tiere nicht zu stören
- Beste Jahreszeit: Frühjahr (März–Mai) und Herbst (September–Oktober) für den Vogelzug, Sommer für Brutvögel und Jungvögel